Sicher durch die „Grüne Hölle“ in der RCN | Drucken |
Freitag, den 16. Juli 2010
RCN SicherheitDie Rundstrecken-Challenge Nürburgring (RCN) bietet Tourenwagenbreitensport für ambitionierte Hobbyfahrer und für Rennprofis auf der legendären Nürburgring-Nordschleife. Die anspruchsvolle 20,832 Kilometer lange „Grüne Hölle" ist für ihre Unberechenbarkeit bekannt. Um bestmögliche Sicherheit für die durchschnittlich 150 Starter bei den Veranstaltungen zu gewährleisten, hat der RCN e.V. Sicherheitsmaßnahmen getroffen, die über die geltenden Bestimmungen auf der Nordschleife hinausgehen.

Wichtiger Sicherheitsfaktor bei den RCN Rennen sind die sogenannten E-Units. Die Pick-up-Fahrzeuge verfügen unter anderem über eine Feuerlöschanlage, Bindemittel und Seilwinde, um bei einem Unfall schnell reagieren zu können. Bislang waren zwei dieser Löschfahrzeuge im Einsatz und seit dem vierten Saisonrennen verstärkt ein drittes E-Unit die RCN. Vorgeschrieben ist der Einsatz dieser Löschfahrzeuge nicht, aber „aufgrund des Unfalls des RCN GREEN CHALLENGE Botschafters Hans-Joachim Stuck auf der Nordschleife in einem Lauf der Langstreckenmeisterschaft und weiteren Zwischenfällen, wollten wir schnell reagieren und unsere Sicherheitsmaßnahmen weiter ausbauen", erklärt RCN Serienmanager Willi Hillebrand.

Die E-Unit-Löschfahrzeuge haben bereits ihre Effektivität bewiesen, wie Franz Mönch, der Leiter der RCN Streckensicherung, weiß: „Beispielsweise gab es im vergangenen Rennen einen Fahrzeugbrand, der durch einen technischen Defekt bedingt war. Mit einem E-Unit waren wir schnell zur Stelle und der Brand wurde umgehend gelöscht. Der Fahrer blieb unverletzt und plant bereits den Start beim kommenden Lauf."

Neben den E-Units sorgen die zwei RCN Interventions Cars für Schutz auf der Nordschleife. Sie sichern eine Unfallstelle ab und sorgen dafür, dass das verunfallte Auto geborgen werden kann und das Rennen nicht abgebrochen werden muss. In der Saison 2010 werden die Fahrzeuge vom RCN Partner BMW Driving Experience zur Verfügung gestellt. Die Besatzungen müssen wie die Teilnehmer der RCN feuerfeste Rennkleidung und Helme tragen. Ausgestattet werden die Intervention-Car-Mannschaften von RCN Sicherheitsausstatter Sandtler.

Rund um den Kurs wachen in der Rundstrecken-Challenge Nürburgring etwa 170 ehrenamtlichen Sportwarte als Streckenposten über das Renngeschehen. Sie warnen die Fahrer vor Gefahren, sind die ersten an einer Unfallstelle und stehen in ständigen Kontakt mit der Rennleitung, um sie über die Geschehnisse auf der Strecke zu informieren. „Wir sind ein eingespieltes Team und viele von uns kennen sich seit mehreren Jahren. Daher ist die Zusammenarbeit sehr angenehm und reibungslos", sagt Franz Mönch.

Die Sportwarte stammen aus einem Pool von Ehrenamtlichen der verschiedenen Gruppen und Clubs, die im RCN e.V. aktiv sind. Sie müssen vor ihrem Einsatz eine Schulung absolvieren und dabei das richtige Verhalten an der Rennstrecke lernen. „Flaggenkunde hat oberste Priorität, aber auch das Verhalten bei einem Unfall oder technischem Defekt sowie Erste Hilfe stehen auf dem Lehrplan. Im Vordergrund steht jedoch immer die eigene Sicherheit der Sportwarte", so Mönch. Bei bestandener Abschlussprüfung wird nach dem Ende der Schulung eine Sportwartlizenz erteilt.

Weitere Helfer bei den RCN Läufen auf der Nordschleife sind die DMSB-Staffel, die unter anderem einen Notarzt bei den Rennen im Einsatz hat, der Rettungsdienst des Deutschen Roten Kreuz (DRK) und der Abschleppdienst KFZ Bongard. Mit zum Einsatzpersonal des DRK gehört auch Christoph „Doc" Scholl, der unter anderem langjähriger Begleiter der Motorrad-Weltmeisterschaft ist und dort zu den beliebtesten Medizinern zählt.

„Wir bemühen uns sehr, um die risikoreiche Leidenschaft Motorsport für die Teilnehmer der RCN so sicher wie möglich zu gestalten. Deswegen leisten wir in puncto Sicherheit mehr, als vorgeschrieben ist ", sagt Serienmanager Hillebrand.

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