Das Wetter und die Teilnehmer spielten mit, als die Rundstrecken-Challenge Nürburgring (RCN) in die zweite Saisonhälfte startete. Bei der Leistungsprüfung „Bergischer Schmied“ gingen mehr als 160 Teams an den Start, dazu herrschte schönstes Sommerwetter – Sonnenschein und angenehme Temperaturen. Austragungsort war die 25,378 Kilometer lange Variante des Nürburgrings (Nordschleife + GP-Kurzanbindung).





Auch nach der fünften Veranstaltung liegen Hagay Farran/Moran Gott (beide Israel, BMW G20 330i) aus der Klasse R2A in der RCN-Meisterschaftstabelle vorn. Das Duo holte überlegen den vierten Klassensieg in dieser Saison und ist weiterhin ungeschlagen, sodass sich die Vermutung aufdrängt, dass die Meisterschaftsvergabe in diesem Jahr nur über die israelitische Paarung erfolgen wird. Gott: „Aber es ist nicht so einfach, wie es aussieht. Es herrscht immer dichter Verkehr auf der Strecke, du musst konzentriert sein und darfst keinen Fehler machen.“
Die bisherigen Verfolger Christian Frasch/Frederik Laarmann (Wendlingen/Bottrop, BMW 325i) aus der Klasse H4 fielen zurück. Laarmann weilte in einem lange vor der Saison geplanten Urlaub. Frasch startete mit Christian Koch (Wickede) in einem BMW in der H4. Er kam in der Klasse aber nur auf Rang vier. „Es hat nicht so geklappt, wie geplant. Es war zu wenig, um in der Tabelle mit vorn zu bleiben.“ Neu auf Platz zwei sind Lutz Rühl/Oskar Sandberg (Idstein/Hüttenberg, Porsche Cayman S), die zum vierten Mal die Klasse R6 und damit auch die Wertungsgruppe R gewannen. Auf Platz drei liegt nun Florian Pröbstl (Hohenpeißenberg, BMW M3) aus der H7.
Den Kampf um den Gesamtsieg trugen wieder Michael Luther/Markus Schmickler (Barsbüttel/Bad Neuenahr, BMW M4 GT4) und Ralf Schall (Dornstadt, Porsche 911 GT3 Cup) aus. Nach 15 Runden lag der BMW im Ziel knapp eine Minute vor dem Porsche. Luther, zum dritten Mal Gesamtsieger in dieser Saison: „Wir hatten keine Probleme, das Auto hat funktioniert. Ein schöner Erfolg.“ Schall erkannte die Leistung an: „Der BMW war schneller. Ich hatte ein Getriebeproblem und habe zur Halbzeit den fünften Gang verloren. Aber auch ohne diese Schwierigkeiten hätte ich nicht gewonnen.“ Auf Rang drei fuhr David Vogt (Waldfeucht, Opel Astra TCR), des damit die Klasse RS3A gewann: „Ein optimales Resultat für uns, mehr war einfach nicht möglich, der BMW und der Porsche sind zu schnell.“
Martin Fuchs/Eugen Weber (Grafschaft/Leutkirch, Mitsubishi Lancer) verpassten knapp das Podium, waren aber zufrieden: „Wir sind im Ziel und haben ein vernünftiges Ergebnis eingefahren.“ Der fünfplatzierte Andreas Schwarz (Obernberg, Seat Leon Super Racer) reagierte im Ziel zunächst etwas ungläubig. „Ich hatte in meiner fünften Runde eine Feindberührung und musste nach der Kurzanbindung zur Reparatur an die Box. Ich habe viel Zeitverloren und gedacht, das war’s. Ich bin dann noch zu Ende gefahren und war im Ziel überrascht, Fünfter zu sein. Die Regelung mit der langen Mindeststandzeit an der Box hat mir sicherlich sehr geholfen.“
Platz sechs für das Duo Rühl/Sandberg, die wieder einmal ihre Klasse R6 gewannen und das schnellste seriennahe Fahrzeug waren. Dahinter folgten die beiden schnellsten Cup-Cayman. Der Ulmer Markus Bückle belegte mit seinem Porsche Cayman CS GT4 Rang sieben und war gleichzeitig in Klasse erfolgreich. Im Ziel war er gut eine Minute schneller als der Argentinier Ignacio Mendez aus derselben Klasse.
Florian Pröbstl (Hohenpeißenberg, BMW M3) fuhr auf Platz neun und siegte in der Klasse H7. „Die Bedingungen waren gut, das Auto geht hervorragend und mir hat es richtig Spaß gemacht.“ Den letzten Platz in den Top10 belegten Alexander Mohr/Christian Dannesberger (Masburg/Hainburg, Lexus ISF), die mit der Platzierung glücklich waren. Dannesberger: „Der Lexus war schon immer recht schnell. Nachdem wir aber noch einiges verändert haben, geht es noch einmal deutlich besser. Das ist aber noch nicht das Ende.“
Nicht unter die besten Zehn schafften es Carsten Knechtges/Matthias Aretz (Mayen/Wassenach, VW Beetle RSR), die erstmals mit dem bei den Fans beliebten Käfer in der RCN starteten. Knechtges: „Wir haben das Auto, das ich mit entwickelt haben, schon beim 24h-Rennen eingesetzt und planen dies auch für das kommende Jahr. Allerdings wollen wir in der Zwischenzeit testen und noch einiges verbessern, denn das Auto hat durchaus Potenzial. Dazu bietet die RCN die ideale Gelegenheit. Der erste Auftritt war ermutigend. Wir sind ins Ziel gekommen und haben schon ganz gute Zeiten vorgelegt.“
RCN Serienmanager Willi Hillebrand: „Die Veranstaltung hat uns Spaß gemacht. Das Wetter war gut und wir hatten viele Starter. Es gab keinerlei Probleme beim Ablauf des Renntages und zudem haben wir auch noch spannenden Motorsport gesehen.“





RCN Light: Vogeltanz weiter vorn – Großes Feld beim 5. Lauf
Die Kategorie der RCN Light war diesmal mit 15 Fahrzeugen in zwei Klassen sehr gut besetzt. Der weiterhin führende Michael Vogeltanz (Weinstadt, Renault Clio) musste sich in seiner Klasse Andrea Heim (Gronau, Renault Clio) geschlagen geben. Platz zwei behielt Nicky Bronsch (Düren, VW Golf GTI). Schnellster Light-Pilot bei der Veranstaltung war Jan-Boris Schmäing (Haiger, Porsche Cayman). „Nach zweijähriger Motorsportpause, habe ich vor der Saison keinen Partner gefunden. Aber um mich wieder an Auto und Strecke zu gewöhnen, ist die Light als Fahrtmöglichkeit ideal.“


















