Die sechste Veranstaltung der Rundstrecken-Challenge Nürburgring (RCN) 2026, „Rhein-Ruhr“ fand bei idealen äußeren Bedingungen statt. Knapp 170 Teams starteten auf der legendären Nordschleife. RCN Serienmanager Willi Hillebrand: „Eine gelungene Veranstaltung. Das war Werbung für den Motorsport. Jetzt vertrauen wir darauf, dass die Finalläufe ähnlich positiv und aufregend ausgehen werden.“
Die neuen Tabellenführer der RCN 2026 heißen Sven Markert/Lars Harbeck (beide Berlin, BMW 320i). Das Duo erwischte einen glücklichen Tag. Denn in ihrer Bestätigungsrunde hatte der BMW einige Verspätung durch eine unerwartete Code-60-Zone. Doch die 250 Strafsekunden verhinderten den fünften H3-Klassensieg der Berliner nicht, da auch die Konkurrenz in die gleichen Schwierigkeiten geriet. „Wir hatten einfach nur Glück. Wir waren wie gewohnt schnell unterwegs, aber die Bestätigungszeit war einfach nicht zu schaffen. Als neue Tabellenführer stehen wir natürlich jetzt unter Druck, aber auch das werden wir bewältigen.“ Die bisher führenden Jens Schneider/Robin Reimer (Engelsbrand/Schömberg) fuhren diesmal nur auf Rang drei in der Klasse R4. „Es war eine Lotterie. Durch einige Zwischenfälle gab es eine Code-60-Zonen, die nicht kalkulierbar waren. Dadurch haben wir einige Zeit verloren. Aber wir werden weiter angreifen.“ In der R4 siegte erstmals Sascha Steinhart (Hilden, BMW 325i) mit einer Sekunde Vorsprung auf Jan Buchwald (Menden, BMW 325i): „Ich hoffe es ist der Beginn einer Aufholjagd. Wenn ich noch zweimal die Klasse gewinne, be-steht noch eine kleine Chance auf den Titel.“ Platz drei in der aktuellen Meisterschaftstabelle belegt Christian Koch (Wickede, BMW 325i) aus der Klasse H4.
Den Gesamtsieg holten sich erneut die Schmickler-Piloten Michael Luther/Markus Schmickler (Barsbüttel/Bad Neuenahr, BMW M4 GT4). Nach einer souveränen Vorstellung gewann das Duo zum dritten Mal in dieser Saison: „Zu Beginn haben wir einen Vorsprung auf die Gegner herausgefahren, den wir anschließend bis ins Ziel verwaltet haben.“ David Vogt/Marc Basseng (Waldfeucht/Rosenbach, Opel Astra TCR) zeigten wieder eine tolle Vorstellung. Vogt: „Der BMW war für uns nicht in Reichweite. Wir haben gute Rundenzeiten vorgelegt und eine Topplatzierung eingefahren. Dazu haben wir noch einen neuen Rundenrekord für die Klasse RS3A aufgestellt.“




Auf Platz drei fuhren Reinhold Renger/Marc Andreas Riedl (Rothenburg/Hamburg, Porsche Cayman GT4 CS). Riedl: „Nach Anlaufschwierigkeiten in der Saison funktioniert das Ganze endlich. Mit Rang drei sind wir mehr als zufrieden.“ Auch der viertplatzierte Alain Dutronc (Schweiz, Porsche Cayman GT4 CS) war glücklich: „Es gab keine Probleme und ich hatte wieder einmal einfach nur Spaß beim Fahren auf der Nordschleife.“ Rolf Weißenfels (Peterslahr, Peugeot 308 TCR) fuhr auf Rang fünf. „Diesmal hat das Auto wirklich perfekt funktioniert. Ich bin mit dem Klassensieg und der Platzierung im Gesamtklassement äußerst zufrieden.“
Rang sechs ging an Erich Petrich (Wawern, BMW M3), der die Klasse H7 gewann. Axel und Andreas Schwelgien (beide Fürstenwalde, BMW M3) fuhren knapp geschlagen auf Platz sieben. „Wir machen immer unser Ding. Schön ist es, wenn es dann noch zu einer guten Platzierung reicht.“ Auf Platz acht kam nach einer fehlerfreien Vorstellung Arunas Siuska (Sankt Augustin, BMW M3) ins Ziel, der die Klasse H6 gewann. Rang neun für Elias Funke (Lippstadt, Renault Clio), der am Ende in der Klasse RS4 vorne lag. Den letzten Platz in den Top10 belegten Frederik Laarmann/Christian Frasch (Bottrop/Wendlingen, BMW 325i) als Sieger der Klasse H4. „Nach einigen Rückschlägen in diesem Jahr hat es mal wieder funktioniert. Jetzt greifen wir in den beiden letzten Veranstaltungen natürlich an.“
Die Breitensportserie entwickelt sich auch immer mehr zur Familienserie. Zahlreiche Vater-Sohn- wie auch Vater-Tochter-Teams starten mittlerweile in der RCN. Beispielsweise sind die aktuellen Tabellenführer Markert/Harbeck ein Vater-Sohn-Gespann, auch wenn dies die Namen nicht verraten.
Carolina Hrubesch (Schweiz) wird in dieser Saison von Vater Boris, der selbst seit einigen Jahren im Motorsport aktiv ist, intensiv gefördert und hat Spaß am Motorsport gefunden. Somit steht einer gemeinsamen Karriere nichts mehr im Weg. Der routinierte Pilot Jürgen Gerspacher (Fröhnd, BMW Mini Cooper S) kam mit seiner Tochter Kira aus Süddeutschland erstmals zur RCN, um ein wenig Motorsport auf der Rundstrecke zu schnuppern. „Mal sehen, wohin das Ganze führt.“
Guido Witz und seine beiden Söhne Benjamin sowie Niclas (alle Schweiz) fahren in der BMW M240i-Klasse, die bei dieser Veranstaltung mit zehn Fahrzeugen extrem gut besetzt war. Ziel des Familien-Trios ist die Teilnahme am traditionsreichen 24h-Rennen. Dagegen haben Axel und Andreas Schwelgien ihre Berufung schon gefunden. Seit Jahren fährt das Vater-Sohn-Duo recht erfolgreich in der RCN.




Dazu gingen am Nürburgring bekannte Namen nach einiger Zeit an den Start. Jürgen Dolate (Neuwied) war der Teamchef von Arthur Deutgen, der heute auf Mallorca lebt und Anfang des Jahrtausends mit dem lautstarken BMW M3 die Nordschleifen-Fans begeisterte. Marco Schelp (Berlin) war eine bekannte Größe am Ring bis er vor nach Neuseeland auswanderte. Bevor er wahrscheinlich nach Deutschland zurückkehrt, schaute er schon Mal aktiv in der Eifel vorbei.
RCN Light: Andrea Heim neue Tabellenführerin
Da die in der Spitzengruppe platzierten Starter der RCN Light diesmal patzten, heißt die neue Spitzenreiterin Andrea Heim (Gronau, Renault Clio), die an diesem Tag in der Klasse 29 vorne lag. Maximilian Weissermel (Oberursel, Porsche Cayman) siegte als Tagesschnellster bei den Light in der Klasse 30 und schob sich dadurch in der Tabelle auf Rang zwei nach vorn. Auf Rang drei folgt der bisher führende Nikolas Reihsner (Wittlich, BMW M3), der Probleme in einer Bestätigungsrunde hatte. „Das hat mich heute eine bessere Platzierung gekostet, aber trotzdem läuft die Saison bisher top.“

















